Linkshändertag am 13.08.: Warum die richtige Schere für Linkshänder-Kinder so wichtig ist

Linkshändertag am 13.08.: Warum die richtige Schere für Linkshänder-Kinder so wichtig ist

 

Am 13. August wird weltweit der Linkshändertag gefeiert. Er soll dazu beitragen, die Akzeptanz für Linkshänder in der Gesellschaft zu fördern. Denn bis in die 1980er-Jahre wurden Linkshänder noch umerzogen. Es galt als nicht schicklich, die linke Hand zu verwenden. Sätze wie "Man gibt die gute Hand", wenn Kinder zur Begrüßung die linke Hand reichen, stammen zum Beispiel aus dieser Zeit.

Linkshänder haben in einigen Lebensbereichen deutliche Nachteile, wenn sie mit "Rechtshänder-Werkzeugen" hantieren müssen. Besonders deutlich wird das beim Basteln und Schneiden. Für rechtshändige Menschen sieht eine Schere zunächst wie ein völlig neutrales Werkzeug aus. Doch wer schon einmal versucht hat, eine echte Linkshänder-Schere mit der rechten Hand zu benutzen, merkt schnell: Die Unterschiede sind spürbar. So ist es fast unmöglich, die Linie beim Schneiden exakt zu treffen. Man scheint immer eine Scherenbreite Abstand zur Linie zu haben. Schnell beginnt man deshalb, die Handhaltung zu verändern, oder neigt den Kopf, um über die Scherenklinge schauen zu können. Für Linkshänder-Kinder kann die Wahl der richtigen Schere deshalb entscheidend für die Entwicklung ihrer Feinmotorik und die Motivation sein.

 

Linkshändigkeit ist keine schlechte Angewohnheit

 

Rund jeder zehnte Mensch bevorzugt die linke Hand. Zu ihnen gehören viele berühmte Persönlichkeiten wie Lady Gaga, Albert Einstein, Barack Obama oder Leonardo da Vinci. Bei manchen Menschen ist die Händigkeit bereits früh eindeutig, bei anderen entwickelt sie sich erst im Laufe der Kindheit.

Wichtig ist: Linkshändigkeit ist eine natürliche Variante und genetisch veranlagt. Kinder sollten nicht dazu gedrängt werden, dauerhaft die rechte Hand zu verwenden. Eine solche Umgewöhnung kann zu Konzentrations-, Sprach- und Gedächtnisproblemen sowie zu Lernschwierigkeiten, zum Beispiel einer Lese-Rechtschreib-Schwäche, führen. Eine Umschulung kann bis zu 10 % des Konzentrationsvermögens eines Kindes an die reine Ausführung einer Tätigkeit mit der rechten Hand binden, sodass umgeschulte Kinder es deutlich schwerer haben, mit Gleichaltrigen im schulischen Bereich mitzuhalten.

Stattdessen sollten Kinder die Möglichkeit bekommen, ihre bevorzugte Hand sicher und selbstverständlich einzusetzen. Dazu gehört auch, ihnen passende Werkzeuge zur Verfügung zu stellen.

 

Warum eine normale Schere für Linkshänder oft nicht gut funktioniert

 

Mir ist dabei besonders der Umgang mit Scheren wichtig. Im Laufe meiner langjährigen Praxis als Ergotherapeutin konnte ich feststellen, dass der Linkshänderfüller mittlerweile gut angenommen wird. Gerade bei Scheren ist dies jedoch oft nicht der Fall. Häufig wird bereits im Kindergartenalter mit einer Rechtshänder-Schere geschnitten. Im Schulalter empfinden Eltern es dann nicht mehr als notwendig, eine Linkshänder-Schere anzuschaffen, da das Kind mit der vorhandenen Schere zurechtkommt.

Aber auch das ist bereits eine Umschulung. Im Schulalltag kann dies dazu führen, dass der umgeschulte Linkshänder bei Bastelaufgaben langsamer ist als seine Klassenkameraden. Viele Rechtshänder denken: "Eine Schere kann man doch einfach in die andere Hand nehmen." Tatsächlich lässt sich eine herkömmliche Rechtshänder-Schere zwar in der linken Hand halten, richtig und komfortabel schneiden lässt sich damit aber oft nicht.

Der Grund liegt in der Konstruktion der Schere. Bei einer Rechtshänder-Schere sind Klingenlage und Druckverlauf darauf ausgelegt, dass die rechte Hand die Schere schließt und führt. Linkshänder üben beim Schneiden jedoch in die entgegengesetzte Richtung Druck aus.

Das kann verschiedene Probleme verursachen:

  • Das Papier wird eher gequetscht oder "zerkaut", statt sauber geschnitten zu werden.
  • Die Klingen liegen nicht optimal aufeinander.
  • Die Schnittlinie ist schlechter zu erkennen, weil die obere Klinge die Sicht versperren kann.
  • Das Kind muss mehr Kraft aufwenden.
  • Finger, Hand und Handgelenk verkrampfen leichter.
  • Das Schneiden wird anstrengend und frustrierend.

Gerade bei Kindern kann dadurch schnell der Eindruck entstehen, sie seien "ungeschickt" oder könnten nicht richtig mit einer Schere umgehen. Dabei liegt die Schwierigkeit häufig nicht beim Kind, sondern am ungeeigneten Werkzeug.

 

Was eine echte Linkshänder-Schere ausmacht

 

Eine echte Linkshänder-Schere unterscheidet sich nicht nur durch einen anders geformten Griff. Entscheidend ist vor allem die spiegelverkehrte Lage der Klingen.

Bei einer Linkshänder-Schere ist die Klinge so angeordnet und geschliffen, dass sie beim Schneiden mit der linken Hand richtig geführt wird. Dadurch

  • wird das zu schneidende Papier sauber nach unten weggedrückt,
  • wird das Papier präziser durchtrennt,
  • bleibt die Schnittlinie besser sichtbar,
  • kann das Kind die Schere natürlicher halten,
  • werden Hand und Handgelenk weniger belastet.

Ein ergonomischer Griff kann zusätzlich helfen. Er sollte gut in der Kinderhand liegen und weder zu groß noch zu schwer sein. Für jüngere Kinder sind abgerundete Spitzen und eine kindgerechte Größe sinnvoll.

 

Die richtige Schere unterstützt die Feinmotorik

 

Schneiden ist für Kinder mehr als eine kreative Beschäftigung. Beim Schneiden trainieren sie unter anderem

  • die Hand-Auge-Koordination,
  • die Kraftdosierung,
  • die Beweglichkeit der Finger,
  • die Koordination beider Hände,
  • die Konzentration,
  • die Vorbereitung auf feinmotorische Tätigkeiten wie das Schreiben.

Die linke Hand führt die Schere, während die andere Hand das Papier hält und dreht. Damit diese Bewegungsabläufe gelingen, muss das Werkzeug zur bevorzugten Hand passen. Eine Linkshänder-Schere ermöglicht es dem Kind, sich auf die eigentliche Aufgabe zu konzentrieren, statt ständig gegen die Konstruktion der Schere anzukämpfen.

Fazit: Die richtige Schere stärkt Selbstständigkeit und Freude

 

Der Linkshändertag am 13. August ist eine gute Gelegenheit, den Blick auf die Bedürfnisse linkshändiger Kinder zu richten. Eine echte Linkshänder-Schere kann dabei einen wichtigen Unterschied machen: Sie erleichtert das Schneiden, verbessert die Sicht auf die Schnittlinie und verhindert unnötige Anspannung.

Vor allem vermittelt sie dem Kind eine wichtige Botschaft: Du bist nicht ungeschickt. Du brauchst nur ein Werkzeug, das zu dir passt.

Mit der richtigen Schere wird Basteln nicht nur einfacher, sondern auch zu einer wertvollen Übung für Selbstständigkeit, Kreativität und die feinmotorische Entwicklung.

Wir vom Anschütz.shop-Team wünschen Ihrem kleinen Linkshänder ein sicheres und entspannten Schneiden mit einer echten Linkshänder-Schere. 

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