Wenn die Temperaturen sinken, heißt es oft: "Alle rein, hier ist es warm!" Dabei steckt gerade der Winter voller kleiner Wunder – und Ihr Garten ist die perfekte Bühne dafür. Knirschender Boden, glitzernder Frost, vielleicht sogar Schnee: Mit ein wenig Vorbereitung wird aus Ihrem Garten ein Winter-Abenteuerland, in dem Kinder ihren Bewegungsdrang ausleben, Fantasie entfalten – und Sie alles entspannt im Blick behalten.
Warum Ihr Garten im Winter ein echter Glücksfall ist
Statt Tasche packen, Kinder anziehen, zum nächsten öffentlichen Spielplatz fahren und hoffen, dass die Geräte in Ordnung sind, wartet Ihr Garten direkt vor der Tür – vertraut, flexibel und ohne lange Wege.
Ihre Vorteile auf einen Blick
- Die Kinder sind an der frischen Luft und in Bewegung und Wechselkleidung und warme Getränke sind in unmittelbarer Nähe.
- Sie behalten alles bequem von Haus oder Terrasse aus im Blick und können nebenbei noch andere Dinge erledigen.
- Es gibt keine überfüllten oder veralteten Spielgeräte.
- Spielen ist jederzeit möglich – auch spontan zwischen Hausaufgaben und Abendessen.
Und das Schönste: Sie gestalten die Spielumgebung so, wie es zu Ihrem Kind passt – vom Spielturm über ergänzende Kletterelemente bis hin zu kleinen Winter-Spielstationen im Garten.
Gut vorbereitet: Warm, beweglich – und ab in den Garten
Damit aus "Es ist kalt" nicht nach fünf Minuten "Ich will wieder rein" wird, hilft ein kleiner Winter-Check vor dem Start:
- Zwiebelprinzip: Eine wärmende Thermo-Schicht, darüber ein kuscheliger Pullover, ganz außen eine wasserabweisende Jacke und Skihose oder ein Schneeanzug.
- Bewegungsfreiheit: Die Kleidung soll wärmen, aber nicht einengen. Kinder wollen rennen, hüpfen und klettern.
- Warme, dichte Schuhe: Mit dicker Sohle und möglichst wasserdicht – so bleibt der Entdeckerdrang länger lebendig.
- Mütze, Schal, wasserabweisende Handschuhe: Besonders Hände und Ohren mögen es kuschelig warm.
Wenn alle gut eingepackt sind, kann das Abenteuer beginnen – direkt vor der Haustür.
Winterspiele mit Schnee: Mehr als nur Schneemann bauen
Sobald die weiße Pracht fällt, verwandelt sich Ihr Garten in eine Bühne für neue Winterabenteuer. Den klassischen Schneemann kennen Sie wahrscheinlich schon in allen Varianten. Zeit für frische Ideen:
1. Schneeballschlacht mal anders – der Zielwurf-Wettbewerb
Statt sich gegenseitig zu bewerfen, wird gezielt:
- Malen Sie mit Kreide einfache Zielscheiben an eine Wand oder stellen Sie Eimer in unterschiedlichen Größen bzw. Entfernungen auf.
- kleine Ziele bringen viele Punkte, große etwas weniger.
- Wer trifft aus der größten Entfernung? Wer sammelt die meisten Punkte?
- Oder sie versuchen gemeinsam einen zuvor aufgebauten Schneeballturm abzuwerfen
So wird aus der wilden Schneeballschlacht ein fröhlicher Wettbewerb, den Sie entspannt begleiten können – mit viel Spaß und ohne Angst vor Treffern im Gesicht.
2. Schneeballrollen – wer baut die größte Kugel?
Hier zählen Muskelkraft und Ausdauer:
- alle starten mit einer kleinen Schneekugel,
- dann wird gerollt, was das Zeug hält,
- wer am Ende die größte Kugel hat, gewinnt
Aus den Kugeln lassen sich anschließende tolle Schneemänner formen.
3. Schneeballlauf – der Eierlauf im Winterkleid
Sie brauchen:
- zwei Teams,
- einen Eimer pro Team,
- zwei stabile Löffel.
Zuerst werden in kurzer Zeit so viele Schneebälle wie möglich geformt. Dann geht es los: Die Kinder balancieren die Schneebälle auf dem Löffel zur anderen Seite in den Eimer. Wer als Erstes alle Bälle sicher ins Ziel bringt, gewinnt. Ein Klassiker – nur in winterlicher Variante.
4. Iglu und Schneehöhlen – der eigene Rückzugsort im Schnee
Wenn richtig viel Schnee liegt, wird Ihr Garten zur Baustelle für das vielleicht coolste "Gartenhaus" überhaupt: ein Iglu. Und das geht einfacher, als es klingt.
Das brauchen Sie:
- eine stabile Kiste als Form,
- eine Schaufel,
- viel Schnee und noch mehr Begeisterung.
Und so geht es:
- Kiste füllen: Schnee mit der Schaufel (oder per "Zielwurf-Spiel") in die Kiste füllen.
- Verdichten: Schnee in der Kiste kräftig stampfen – draufsetzen ist ausdrücklich erlaubt.
- Block setzen: Kiste umdrehen, den festen Schneeblock herauslösen und im Kreis platzieren. Fugen mit lockerem Schnee füllen.
- Höher bauen: Weitere Blöcke aufsetzen und ab der zweiten Reihe leicht nach innen neigen. Fugen wieder auffüllen – so wird das Iglu stabil.
- Dach schließen: Wenn die Öffnung klein genug ist, die letzten Blöcke wie ein Dach gegeneinander lehnen und mit Schnee verfugen.
- Eingang formen: Zum Schluss vorsichtig einen Eingang aus der Wand ausschneiden – oder von Anfang an eine Öffnung freilassen.
Innen mit Decken auslegen, Tee mitnehmen – und schon entsteht ein gemütlicher Rückzugsort für kleine Winterabenteurer.
Noch einfacher ist die Schneehöhle:
Häufen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind einen großen Schneeberg auf und verdichten Sie ihn immer wieder durch kräftiges Stampfen. Ist der Hügel stabil und hoch genug, wird vorsichtig Schnee aus dem Inneren herausgeschaufelt, bis eine kleine Höhle entsteht.
Oder: Sie bauen den Schneeberg über einem Eimer oder einem großen Kübel auf. Wenn genug Schnee aufgetürmt und gut verdichtet ist, ziehen Sie den Eimer heraus und vergrößern den entstandenen Hohlraum je nach Bedarf. So entsteht im Handumdrehen eine gemütliche Schneehöhle – der perfekte Geheimunterschlupf im Wintergarten.
Noch mehr Schneespiele für Abwechslung im Wintergarten
Damit Ihre Schneespiel-Ideen vielfältig bleiben, können Sie den Garten in eine echte Winter-Spielwelt verwandeln. Neben Schneeballschlacht, Schneeballlauf und Iglu-Bau passen diese Spiele wunderbar dazu:
5. Schnee-Golf – der Winter-Parcours
- Graben Sie mit den Kindern kleine Löcher in den Schnee und markieren Sie diese mit Zweigen.
- Ein Tennisball oder Softball wird mit Schlägern oder einfachen Ästen von Loch zu Loch gerollt.
- Jeder Schlag zählt – wer braucht die wenigsten Versuche für den Parcours?
Ein ruhiges, aber hochkonzentriertes Spiel, das Feinmotorik und Zielgenauigkeit fördert.
6. Schneebälle stapeln – der wackelige Turm
- formen Sie mehrere gleich große Schneebälle
- um die Wette wird ein Turm aus den vorgeformten Schneebällen gebaut
- Ziel ist es, in einer festgelegten Zeit den höchsten Turm zu bauen.
Klingt leicht, ist es aber nicht – und sorgt garantiert für viel Gelächter, wenn der Turm langsam ins Rutschen gerät.
7. Schneegestalten bauen – Fantasie statt Standard-Schneemann
- Statt des immer gleichen Schneemanns entstehen Fantasiefiguren, Schneetiere oder märchenhafte Wesen.
- Mit Stöcken, Steinen, Blättern oder einer Karotte für die Nase werden die Figuren lebendig.
Ihr Garten verwandelt sich in eine Wintergalerie, in der jedes Kind seine eigene Figur zum Leben erweckt. Wir hatten zum Beispiel "Schneeeulen" auf den Ästen der Bäume sitzen – ein spannender Anblick vom Küchenfenster aus, wenn es langsam dunkel wird.
8. Schneelichter – stimmungsvolle Leuchtpunkte
- kleine Schnee-Hügel formen und in die Mitte eine Mulde drücken,
- ein Windlicht oder Teelicht in einem Glasgefäß hineinstellen und wenn es dunkel wird entzünden
So entstehen leuchtende Inseln im Garten, die den Winterabend zu etwas Besonderem machen – vor allem, wenn Ihre Kinder beim Gestalten helfen.
9. Spuren suchen – der Garten als Detektivlandschaft
- Gemeinsam Spuren im Schnee entdecken: Vögel, vielleicht eine Katze oder andere kleine Tiere.
- Gemeinsam rätseln: Wer war hier unterwegs? Wohin führen die Spuren?
So wird aus dem Garten eine kleine Detektivlandschaft, in der Kinder spielerisch die Natur beobachten.
In unserem Garten haben wir so ein Walnussversteck von einem Siebenschläfer gefunden, mit vielen angeknabberten Nüssen.
10. Mini-Winterwanderung im eigenen Garten
- Markieren Sie einen kleinen Rundweg durch den Garten – zum Beispiel mit Stöcken oder Bändern.
- Unterwegs warten "Stationen": ein Schneehügel zum Hochklettern, ein Spielturm als Aussichtsplattform, balancieren auf der Gartenmauer, exakt in den Fußspuren des Vordermannes laufen, etc..
Die Kinder erleben den vertrauten Garten plötzlich ganz neu – als echtes Winterabenteuer.
Kein Schnee? Kein Problem! Winterideen für den "grünen" Garten
Auch wenn der Schnee auf sich warten lässt, muss Ihr Garten im Winter keine Pause machen. Mit einfachen Ideen bleibt er ein spannender Erlebnisraum:
1. Natur-Schatzsuche
Verwandeln Sie den Garten in eine Schatzkammer:
- "Wer findet den schönsten Zapfen?"
- "Wer entdeckt eine Nuss oder letzte Blüte?"
- "Wo sieht man Spuren von Tieren oder Vögeln?"
- "Wer entdeckt die ersten Schneeglöckchen-Spitzen?"
- "Wer weiß noch, wo im Sommer die Sonnenblume stand?"
- "Wer findet den Pfeil vom letzten wilden Spielen im Garten?"
So lernen Kinder ihre Umgebung bewusst wahrzunehmen – und ganz nebenbei ist jeder in Bewegung an der frischen Luft.
2. Winterlicher Bewegungsparcours
Mit wenigen Dingen entsteht ein Parcours:
- Eimer, Kisten oder Seile als Hindernisse,
- Markierungen am Boden als "Trittsteine", von denen man nicht "in die Lava" fallen darf,
- eine Rutsche oder ein Spielturm als Start- oder Zielpunkt.
Kinder springen, balancieren, klettern – und wärmen sich dabei ganz von allein auf.
3. Garten dekorieren – Winter-Atelier im Freien
Gemeinsam gestalten Sie eine stimmungsvolle Winterkulisse:
- Zweige, Zapfen und Blätter sammeln,
- wetterfeste Deko oder Lichterketten im Garten anbringen,
- getrocknete Apfelscheiben für Vögel aufhängen – Amseln und Drosseln freuen sich, und Sie können gemeinsam mit Ihren Kindern vom Fenster aus beim Festmahl zusehen.
An einem gemütlichen Nachmittag saßen unsere Kinder mit ihrer Oma am Küchentisch. Aus buntem Filz schnitten sie Augen, Mund und Ohren aus und lachten über jedes neue Gesicht. Als sie diese an unseren Koniferen anbrachten, verwandeltet sich diese in fröhliche Baumwesen. Und unser Garten in einen kleinen Märchengarten.
So kann auch bei Ihnen ein Garten entstehen, der selbst im Winter vom Wohnzimmerfenster aus Freude macht.
4. Kleine Experimente mit Eis und Frost
Der Garten wird zum Freiluftlabor:
- Seifenblasen bei Minusgraden im Garten pusten und vorsichtig auf einer glatten, vorgekühlten Oberfläche landen lassen (Seifenblasenlösung und Unterlage müssen mindestens 30min vor dem Experiment gekühlt werden)- dann beobachten, wie sich nach und nach feine Eiskristalle auf der Seifenblase bilden.
- Wenn sie einen vergessenen Blumentopf oder Eimer im Garten mit Eis darin entdecken, können sie gemeinsam mit ihrem Kind Salz darüber streuen und beobachten, wie das Eis nach und nach langsam schmilzt.
Ganz ohne komplizierte Versuche entdecken Kinder spielerisch den Winter.
Spielturm und Zubehör im Winter – das Herz des Spieleparadieses
Ihr Spielturm ist kein Sommerkind – er spielt auch im Winter eine Hauptrolle. Mit ein wenig Fantasie verwandelt er sich in:
- eine Piratenfestung im Schneesturm,
- einen Ritterturm im Winterkönigreich,
- eine Forschungsstation mitten in der "Arktis".
Rutschen, Kletterwände, Schaukeln oder weiteres Zubehör für Spieltürme lassen sich wunderbar in kleine Geschichten einbauen:
- Die Rutsche wird zur "Eiszunge eines Gletschers", über die man den geheimen Schatz erreicht.
- Die Schaukel ist das "Forschungsflugzeug", das täglich startet.
- Das Kletternetz wird zum "Bergpfad", den nur echte Abenteurer meistern.
Wichtig ist, die Spielflächen vor dem Spielen kurz zu prüfen: Sind sie frei von Schnee und Eis, trocken und gut begehbar? So verbinden Sie Sicherheit und Spaß auf ideale Weise.
Praktische Tipps: So bleibt Ihr winterlicher Garten alltagstauglich
Damit Ihr Garten im Winter als Spieleparadies sicher, gemütlich und gut nutzbar bleibt, helfen einige einfach umsetzbare Maßnahmen:
- Feste Wege freihalten: Räumen Sie die Hauptwege zu Spielturm, Rutsche und Schaukel regelmäßig frei. So kommen die Kinder sicher zu ihren Lieblingsplätzen.
- Spielbereiche und Spielturm kurz prüfen: Ein schneller Blick genügt: Sind Stufen, Leitern, Podeste, Kletternetze und Rutschen frei von Eis, nassem Laub und in gutem Zustand? Ein Besen oder Handfeger reicht meist aus.
- Wetterfeste Aufbewahrung für Spielzeug: Eimer, Schaufeln, Bälle und Kleinteile in einer Box oder Kiste mit Deckel lagern. So bleibt alles trocken und griffbereit.
- Beleuchtung nutzen: Dezente Gartenbeleuchtung oder Lichterketten sorgen in der Dämmerung für Orientierung und eine zauberhafte Atmosphäre.
- Wechselkleidung in Reichweite: Drinnen eine kleine "Winter-Ecke" bereithalten: trockene Socken, ein Handtuch, eventuell eine zweite Mütze oder ein zweites Paar Handschuhe. So kann während des Spiels schnell mal die nasse gegen trockene Kleidung getauscht werden. Wir hatten immer ein paar trockene Handschuhe auf der Heizung im Flur liegen, damit es schnell wieder warm an den Händen wird.
- Kurze Spielzeiten, dafür öfter: Lieber mehrere kurze Winterrunden im Garten als ein sehr langes Abenteuer. So bleibt es angenehm – und die Vorfreude auf die nächste Runde wächst.
- Warme Getränke vorbereiten: Eine Thermoskanne mit Tee oder Kakao wartet im Haus oder auf der Terrasse. Das motiviert zusätzlich für eine weitere Runde im Schnee oder Frost.
- Gemeinsam dekorieren: Lassen Sie die Kinder bei der Wintergestaltung mitbestimmen – etwa bei der Platzierung von Lichtern, Schneefiguren oder Naturdeko. So fühlen sie sich besonders mit "ihrem" Wintergarten verbunden.
- Spiele ans Wetter anpassen: An frostigen Tagen eher Bewegungsspiele (Parcours, Fangspiele), bei Schnee mehr Bau- und Kreativaktionen (Iglu, Schneetiere, Schneebilder). So bleibt Ihr Wintergarten immer spannend.
Zum Abschluss: Winterglück direkt vor Ihrer Tür
Mit diesen Schneespiel-Ideen, praktischen Tipps und ein wenig Fantasie verwandeln Sie Ihren Garten in ein Winterparadies. Ihre Kinder können ihren Bewegungsdrang ausleben, Kreativität entfalten und neue Abenteuer erleben – und Sie wissen gleichzeitig, dass sie in einer vertrauten, sicheren Spielumgebung unterwegs sind.
Ein kurzer Check der Spielgeräte, ein paar durchdachte Spielideen und vielleicht das eine oder andere passende Zubehör für Spieltürme – mehr braucht es nicht, damit Ihr Garten auch in der kalten Jahreszeit lebendig bleibt.
Also: Jacken anziehen, Thermoskanne füllen und die Tür zu Ihrem eigenen Winter-Spielparadies öffnen – direkt vor Ihrem Wohnzimmerfenster.